Unfall im Urlaub – Was jetzt?

Es gilt seit Jahrzehnten als Statussymbol der Deutschen – das Auto. Und dieser Trend scheint aktuell keinen Abriss zu finden.
Dadurch, dass vor allem ausländische Hersteller (aber natürlich auch Deutsche) ihre Automobile zu immer erschwinglicheren Preisen anbieten, können sich immer mehr Menschen den Traum vom eigenen Kraftfahrzeug erfüllen. Mehr als jeder Zweite fährt sogar mit dem Auto in den Urlaub – ein Großteil der Reisen führt in das Ausland. Durch Halbwissen entstehen leider immer wieder Widersprüchlichkeiten, wenn es um die Urlaubsvorbereitung des Autos oder einen Schaden im Ausland geht. Dadurch werden falsche Informationen verbreitet werden können. Hier einige Tipps und Hinweise rund um das Auto.

Was sollte man stets „am Mann“ haben?

Einige Gegenstände sind durch das deutsche Verkehrsrecht vorgeschrieben. Diese sollten zu jeder Zeit im Fahrzeug mitgeführt werden. Jedoch sollte man weitere Ausrüstung bei sich haben, auch wenn sie nicht vorgeschrieben sind.
Bedingt durch die so genannte Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) müssen Autofahrer jederzeit einen Verbandskasten (mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum), ein Warndreieck und mindestens eine Warnweste mit sich führen.

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Wenn im Ausland gefahren wird, muss auf die speziellen Vorschriften des entsprechenden Landes geachtet werden.
Zum Beispiel sollte bei einer Reise über die deutschen Grenzen hinaus an die „Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr“ gedacht werden. Die etwas veraltete „grüne Versicherungskarte“ sollte bei Reisen nach Italien dennoch einen Platz im Fahrzeug finden. Dort dient diese als Nachweis für den Versicherungsschutz und die Versicherungsnummer. Außerdem sind dort Adressen ausländischer Gesellschaften, die im Schadensfall die Regulierung übernehmen, zu finden.
Auch der europäische Unfallbericht ist ein wichtiges Dokument, welches nicht fehlen sollte. Dieser Unfallbericht ist europaweit einheitlich aufgebaut und in vielen Sprachausführungen ähnlich zusammengestellt.

Schadensfall im Urlaub

Unfälle sind immer mit Ärger und viel Aufwand verbunden. Passiert dieser jedoch im Ausland, wird alles nur noch komplizierter.
Die Schadensregulierung mit ausländischen Versicherungen kann da schnell zu einer wahrlich langwierigen und nervenaufreibenden Prozedur werden. Gerade bei einer unklaren Schuldfrage kann es langatmig und teuer werden.
Vor allem jene, die in diesem Fall keine Rechtsschutzversicherung in Anspruch nehmen können, müssen mit hohen Kosten rechnen.

Unfall – was nun?

Ruhe bewahren und die Unfallstelle korrekt absichern – das sollte stets die oberste Priorität sein. Dabei steht der eigene Schutz, aber auch der der anderen Unfallbeteiligten, im Vordergrund. Des Weiteren sollten weitere Schäden materieller Art, aber auch an Personen, mit diesen Maßnahmen verhindert werden. Denn leider passieren im Zuge eines Autounfalls Folgeunfälle, welche meist durch eine mangelhafte Absicherung der Unfallstelle entstehen.
Aber wie macht man das?
Generell sollte man Kraftfahrzeuge, die noch fahrtüchtig sind, so weit wie möglich am Fahrbahnrand abstellen und schnellstmöglich die Warnblinkanlage einschalten. Alle Mitfahrer sollten eine Warnweste anziehen und sich zunächst vom Unfallort so weit wie möglich entfernen (auf der Autobahn hinter die Leitplanke). Auf die Fahrbahn darf sich nur die Person begeben, die das Warndreieck in ausreichendem Abstand und gut sichtbar aufstellt (auf der Autobahn mindestens 100 Meter vom Unfallort).
Sind Personen verletzt, sofort einen medizinischen Notruf absetzten. Die europaweit einheitliche Nummer hierfür ist die 112.
Erste Hilfe leisten nicht vergessen! Sonst kann im schlimmsten Fall sogar wegen unterlassener Hilfeleistung geklagt werden.
Bei Personen- sowie hohem Sachschaden sollte darüber hinaus die örtliche Polizei hinzugezogen werden. Aber auch im Fall von kleineren Beschädigungen, umgangssprachlichen „Bagatellschäden“, sollte die Polizei verständigt werden.
Damit wird in erster Linie sichergestellt, dass alle Schäden ordnungsgemäß notiert werden und eventuell auch Beweisfotos gemacht werden. Es ist des Weiteren sinnvoll, sich Adressen und Namen von möglichen Zeugen des Hergangs aufzuschreiben.

Wie komme ich zu meinem Recht?

Wenn der Unfallgegner aus einem europäischen Staat, Island, Andorra, Liechtenstein, der Schweiz oder Norwegen stammt, so können die Ansprüche gegenüber dem Unfallverursacher in Deutschland bei dem Schadensregulierungsbeauftragten der ausländischen Versicherung gefordert werden. Geltend gemacht werden kann dieser über den Zentralruf der Autoversicherer. Dieser ist in Deutschland telefonisch über die Telefonnummer 0800 250 260 0 kostenlos erreichbar. Aus dem Ausland gilt die Nummer +49 40 300 330 300. Stammt der Unfallgegner allerdings nicht aus einem der oben genannten Länder, so muss die Geltendmachung bei der Versicherung des ausländischen Herkunftslandes stattfinden. Dies erweist sich leider in vielen Fällen als recht problematisch, da darüber hinaus die unterschiedliche Sprache eine weitere Barriere bei der korrekten Sachbearbeitung erzeugt.
Insbesondere bei solchen Unfällen (im Ausland) muss man sich auf eine lange Bearbeitungszeit einstellen, da es zwischen zwei Ländern und somit auch zwei Verkehrsrechtssystemen immer kleine Differenzen geben kann, die dann von den Behörden und Versicherungsgesellschaften geklärt werden müssen. Im Zweifel sollte man während dieser Zeit schon einmal einen Verkehrsrechtsanwalt heranziehen. Dieser muss in dem Land, in dem der Unfall stattgefunden hat, tätig werden und sich mit dem örtlichen Verkehrsrecht gut auskennen. Zu beachten ist auch, dass man in den meisten Fällen keinen Anspruch auf einen Werkstattwagen oder ein Nutzungsausfallgeld hat. Ebenfalls werden die Kosten für ein unabhängiges Gutachten von einem ausländischen Versicherer in seltenen Fällen erstattet. Außer es wird von diesem ausdrücklich gefordert. Trotzdem kann es empfehlenswert sein, ein Gutachten erstellen zu lassen. Wird das Auto nämlich zwischenzeitlich repariert oder verkauft, so hat man gegenüber der ausländischen Versicherung einen handfesten Nachweis über die Höhe des ursprünglichen Unfallschadens.
Wer häufig mit dem eigenen Wagen in das Ausland fährt und sich Komplikationen mit Polizei und Versicherern ersparen möchte, ist mit einer Zusatzversicherung beziehungsweise einem Auslandsschutzbrief gut beraten. Dieser gilt dann auch nach dem deutschen (Verkehrs-)Recht.

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